Hinab in den Dschungel
Jetzt ist ja schon wieder eine ganze Menge Zeit vergangen, in der wir von Uyuni, dem Zielort unserer letzten Tour, nach Potosi, der hoechsten Stadt der Welt, nach Sucre, der bislang schoensten Stadt hier in Suedamerika (wo wir auch nen bisschen im Umland gewandert sind), nach Samaipata, wo fast mehr Deutsche als Bolivianer leben und anschliessend nach La Paz gefahren sind. Dort haben wir uns hier vor ca. einer Woche ein riesen Volksfest angesehen - “El Gran Poder”. Dabei laufen den ganzen Tag Folkloregruppen aus dem ganzen Land mit den verruecktesten Kostuemen durch die Strassen und tanzen zu traditioneller Musik. Weiteres Ziel dieses Festival ist es wohl auch, eine moeglichst grosse Menge an Bier zu vernichten - schon nach Mittag liefen die abgerissensten Gestalten auf den Strassen herum und pissten und kotzten in jede Ecke. Bisschen gewoehnungsbeduerftig, das ganze, obwohl man ja ein aehnliches Schauspiel auch schon von St. Pauli gewohnt ist.
Danach stand also dann unsere Reise ins Amazonasbecken an, genauer gesagt in das Staedtchen namens Rurrenabaque nahe des Nationalparks Madidi. Die Fahrt allein war schon spektakulaer. Von verschneiten Andengipfeln schraubte sich die Staubpiste immer weiter hinunter, waehrend man Zeuge eines fliessenden Klimawechsels wurde. In Rurre angekommen, stand erst einmal eine Reise in die Pampas an, einem Landschaftstyp im Amazonas, der weitestgehend aus Graslandschaft besteht und waehrend der Regenzeit im Sommer vollkommen ueberschwemmt ist, im jetzigen “Winter” aber nach und nach austrocknet. Daher konzentrieren sich die vielen dort lebenden Viecher an den wenigen Flusslaeufen und man hat gute Chancen auf eine Sichtung. Drei Tage lang wohnten wir also in der Huette am Fluss und machten Wanderungen auf der Suche nach Anakondas (leider haben wir keine gefunden), fischten nach Piranhas und sahen auch sonst viele, viele Viecher, unter anderem Affen, Kaimane, Alligatoren, unzaehlige Voegel in den verruecktesten Farben, Schildkroeten und so weiter. Eine grosse Attraktion war das Schwimmen in dem Krokodilverseuchten Wasser, was nur dadurch moeglich wurde, dass die Flussdelfine einen beschuetzten, und zwar halten die Krokodile und das ganze Viechzeuch die Laute nicht aus, die die Delfine ausstossen, um miteinander zu kommunizieren. Anscheinend fanden sie es auch recht lustig, die Schwimmer in die Fersen zu kneifen…
Nach der Pampastour stand ein Ausflug in den “wirklichen” Dschungel an. Dazu fuhren wir ersteinmal drei Stunden lang den Fluss Beni hinauf, durch Regenwald aus dem die Nebelschwaden auf den Fluss rollten - ein wunderschoener Anblick. Dann verbrachten wir zwei Tage damit, von unserem Basiscamp aus mehrere Wanderungen durch den Dschungel zu unternehmen. Die Chance, hier wilde Tiere zu sichten, ist um einiges geringer als in der Pampa - ein Jaguar koennte 4 Meter von einem entfernt hinterm Gebuesch stehen, ohne dass man ihn zur Sicht bekommen wuerde - wenn er sich nicht schon vorher angesichts der trampelnden Horde aus dem Staub gemacht hat. So waren die einzigen Viecher, die wir sahen, dutzende von Wildschweinen, die sich jedes mal unter lautem Gequieke auf die Flucht machten, wunderschoene Schmetterlinge, Schlangen und lauter son Krabbelkram. Und nicht zu vergessen, Moskitos, die einem ganz schoen auf die Nerven gehen konnten. Interessanter bei den Ausfluegen war da die botanische Seite, unser Guide wusste einiges ueber Heilpflanzen und Giftpflanzen zu erzaehlen, und es war ein komisches Gefuehl, durch diese fremde Landschaft der “gruenen Hoelle” zu wandern…
Jetzt sind wir wieder in La Paz, in einigen Tagen werden wir hier noch ein paar Wanderungen in der wunderschoenen Umgebung unternehmen, und dann gehts weiter ueber den Titikakasee nach Peru.
am 11. Juni 2007 um 18:26 Uhr.
Hallo ihr zwei, es ist erstaunlich, dass jeder Bericht - und somit jede Tour, die ihr unternehmt - den vorherigen noch toppen kann. Was isst du da eigentlich auf dem letzten Bild? Gruß Uschi und Jörg
am 11. Juni 2007 um 23:31 Uhr.
Schön wieder von euch zu hören/sehen!Unglaublich und faszinierend sind die Berichte und Fotos!In dem Gewässer wäre ich glaube ich nicht Schwimmen gegangen! Aber ihr seht dafür sdoch ganz gesund aus. Liebe grüße Ille und Familie.